Gitte Villesen
«Two Films by Jessie»

1. Februar – 31. März 2003

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Gitte Villesen,Videostill Jessie, 2003

Gitte Villesen "Two Films by Jessie" 
Die dänische Videokünstlerin Gitte Villesen hat sich mit intimen Porträts von Mitmenschen einen Namen gemacht. Wo immer sie ist, trifft sie Leute an, die sich oft unbemerkt ausserhalb gängiger Normen und Verhaltensnormen bewegen.

 

In der Videoinstallation "The Building" porträtiert Villesen das "Creative Reuse Warehouse", eine Lebensgemeinschaft ausserhalb Chicagos. Drei Videoprojektionen, verschiedene Collagen und ein gedruckter Text stellen über konkrete Situationen und persönliche Gespräche die Bewohner vor. Villesen interessiert sich dafür, wie Leute mit ihren Idealen, Träumen und Wünschen im Rahmen dessen umgehen, was ihnen auf Grund ihrer ökonomischen, kulturellen, sozialen und geschlechtlichen Voraussetzungen möglich ist. Damit thematisiert sie gesellschaftliche Normen und Grenzen. Gibt es eine "richtige" Art zu leben? Akzeptiert die Gesellschaft überhaupt alternative Lebensformen?

 

Für die Ausstellung in der Kunsthalle schafft Villesen eine neue Arbeit namens "Jessie". Es handelt sich um das Porträt einer 32-jährigen Transsexuellen. Jessie lebt in Dänemark auf dem Land. Dort wird ihr Anderssein als abnormal taxiert, was sich in teils hässigen Reaktionen widerspiegelt. Im Mittelpunkt von Villesens Film stehen die Film- und Architekturprojekte der jungen Dänin. Persönlich ist diese überzeugt, dass es besser ist, sich solche Visionen als Träume zu bewahren und sie nicht in die Tat umzusetzen. Während viele Leute Jessies Visionen als Kopfgespinste abtun, faszinieren sie Villesen. Muss ein Projekt realistisch sein, um einen Wert zu besitzen?, fragt die Künstlerin. Jessie hat viele Ideen für Filmskripte. Sie drehen sich alle um das Thema der Angst der Gesellschaft vor dem Abnormen.

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