David Renggli
«Scaramouche»

17. August – 27. Oktober 2013

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David Renggli, Ausstellungsansicht, I Love You (b/w), 2013, Compositions, 2013

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, I Love You (b/w), 2013, Compositions, 2013, Aber, 2013 

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Irgend, 2013, Nude, 2013, Neu, 2013, Sorry, 2013, Saebel, 2013 

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Ueben, 2013, Aber, 2013, Saebel, 2013, Libido, 2013, Daybed (Nr. 1), 2013 

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Irgend, 2013, Nude, 2013

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Ueben, 2013, Daybed (Nr. 1), 2013, Aber, 2013 

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Daybed (Nr. 1), 2013, Aber, 2013, Libido, 2013, Irgend, 2013, Nude, 2013, Neu, 2013, Sorry, 2013, Saebel, 2013, Ueben, 2013 

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Yes maybe, you’re right but let me think about it, 2013

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Ausstellungsansicht, Stairway to heaven (Duett), 2010, I Love You (Nr. 3), 2012, Daybed (Nr. 3), 2013, Daybed (Nr. 2), 2013

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

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David Renggli, Detailansicht, Daybed (Nr. 3), 2013

Courtesy: der Künstler; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Wentrup, Berlin; Valentin, Paris

Photo: Kunst Halle Sankt Gallen, Gunnar Meier

Eröffnung: Fr, 16. August 2013, 18 Uhr

Führungen: Di, 20. August 2013, 18:30 Uhr; So, 22. September 2013, 15 Uhr

Kunst über Mittag: Do, 10. Oktober 2013, 12 Uhr


David Renggli weiss dank einer einzigartigen Mischung von Themen und Formen, von Spektakel, Humor und Poesie seit mehr als zehn Jahren immer wieder die Neugierde des Kunstpublikums zu wecken. Eine unerwartete Verbindung verschiedener Alltagsmaterialien und -motive charakterisiert das heterogene Repertoire des Künstlers aus skulpturalen Objekten, Installationen, Fotografien und Hinterglasmalerei. Häufig erschafft er scheinbar Bekanntes, das sich aber bei näherer Betrachtung als surreale, absurde Groteske entpuppt. Der Moment der Überraschung ist in seinem Schaffen immer wieder das leitende ästhetische Prinzip.
 

Das konstante Experimentieren mit klassischen Museumsdisplays, aber auch von Gattungen und Motiven der Kunst, ist ein wiederkehrendes Thema in David Rengglis Arbeit, wie kürzlich in der Ausstellung «The Charm of Ignorance» im Museum Bellpark Kriens (2012) zu sehen war: Der Künstler füllte sämtliche Museumswände mit mehr als 2000 collagierten Bildern in Petersburger Hängung. Von dieser Auseinandersetzung zeugen in seiner Soloschau in der Kunst Halle Sankt Gallen zwei Hinterglasmalereien.
 

Eines der beiden grossformatigen Bilder (I Love You (b/w), 2013) bildet zusammen mit einer überlebensgrossen, kopfüber von der Decke hängenden Holzflöte (Compositions,2013) den Auftakt zur Ausstellung, welche nicht nur aufgrund ihrer Dimensionen, sondern auch wegen der verschobenen Löcher unmöglich zu spielen ist. Die stumme Flöte gibt bereits einen ersten Hinweis auf das zentrale Thema der Ausstellung: Kommunikation in ihren unterschiedlichen Facetten, zu denen auch das Verstehen, Entziffern und Entschlüsseln von Zeichen gehören.
 

Besonderes Augenmerk legt Renggli dabei auf die Kraft der Illusion, welche aus der Spannung zwischen Form und Inhalt entsteht. Schon der Titel der Ausstellung «Scaramouche» deutet darauf hin. Die Referenz auf die Figur der italienischen Commedia dell’arte ist hier weniger wichtig als der Klang des Wortes selbst, das erst auf der Zunge zu rollen und dann auf ihr zu zergehen scheint.
 

Worte in ihrer visualisierten Form hingegen sind Gegenstand der acht Neonskulpturen im ersten Ausstellungsraum, die auf semiotischer und inhaltlicher Ebene (Un-)Lesbarkeit thematisieren: Einerseits sind die in den einzelnen Skulpturen dargestellten Worte nicht auf den ersten Blick lesbar. Inhaltlich aber handelt es sich um Begriffe, die keine Mehrdeutigkeit zulassen, wie z.B. SAEBEL oder LIBIDO oder Worte, die fast sinnentleert sind, etwa durch ihren häufige oder beiläufige Verwendung (z.B. SORRY oder IRGEND). Das vielfarbige, vibrierende Licht der Neonröhren erfüllt den Raum durch und durch und hinterlässt den Betrachter ein wenig benommen in den mittleren Raum, wo Gelächter lockt und dazu verleitet, sich zu seiner Quelle hinunterzubeugen (Yes maybe, you’re right but let me think about it, 2013).
 

Sinnlichkeit und Körperlichkeit sind auch in Daybed (Nr. 1-3) zu erfahren. Die mit Steinen unterschiedlicher Formen und Farben verzierten Bänke im ersten und letzten Raum laden dazu ein, sich auf sie zu setzen. In den glatten Betonoberflächen sind Vertiefungen angelegt, die mit kleinen, wertvollen Fundstücken gefüllt sind – Münzen oder Halbedelsteine, die zum Zugreifen und Anfassen verleiten.
 

Den Schlussakkord setzt David Renggli mit der Sound-Installation Stairway to heaven (Duett).Zwei Roboter-Flöten spielen das gleichnamige Lied von Led Zeppelin, das allerdings wegen der dilettantischen und zögerlichen Spielweise nicht auf Anhieb zu erkennen ist. Und wieder gelingt es David Renggli, die Aufmerksamkeit des Betrachters zu stimulieren. Geschickt bringt er uns dazu, der Banalität des ersten Gedankens zu misstrauen und nochmals genauer hinzuhören und hinzusehen.



Biografische Angaben:


David Renggli (*1974, Zürich) besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich und die Gerrit Rietveldt Academie in Amsterdam; heute lebt und arbeitet er in Zürich. Einzelausstellungen fanden u.a. in folgenden Institutionen und Galerien statt: Wentrup, Berlin; Museum im Bellpark, Kriens, CH; Chez Valentin, Paris (2012); Associazione Barriere, Turin, IT; Kunstraum Baden, CH (2009); Ausstellungsraum 25, Zürich; Alexandre Pollazzon Ltd, London; Stiftung Binz39, Zürich; Via Farini, Mailand (2007); Kunsthalle Winterthur; Van Zoetendaal Collections, Amsterdam; Flaca, London; L'atelier, Genf (2006). Weiter war er an zahlreichen Gruppenausstellungen beteiligt, darunter: Kunsthaus Zürich; LDAC, Paris (2012); Bex & Arts, Bex, CH; Galerie Chez Valentin, Paris; Transcultures, Mons, BE (2011); Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Espace LAB, Brüssel; Nicoletta Rusconi, Mailand (2010); IAC, Villeurbanne, FR; Salon 94, New York; Kunsthalle Bern; Fri-Art, Kunsthalle Freiburg, CH; Städtische Galerie Ravensburg, D; KIT Düsseldorf, D; Aargauer Kunsthaus Aarau, CH; Kunsthalle Fridericianum, Kassel, D (2009); Tate Britain, London; Jack Shainman, New York; Galerie Yvon Lambert, Paris; Helmhaus, Zürich; Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (2008); Swiss Institute, New York; Centre culturel suisse, Paris (2006); Museum Bellerive, Zürich; Fotomuseum Winterthur, CH (2005). Mit seiner Performance-BandWaldorfhat er nach mehrjähriger Pause vor kurzem wieder eine Platte herausgebracht.

 

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