«ANTI PURE»
Angelblood,
Bruno Peinado,
Frédéric Post,
Saskia Olde Wolbers

21. Juni – 25. August 2003

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Ausstellungsansicht «Anti Pure» mit einem Werk von Bruno Peinado, 2003

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Ausstellungsansicht «Anti Pure» mit einem Werk von Frederic Post, 2003

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Ausstellungsansicht «Anti Pure», 2003

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Ausstellungsansicht «Anti Pure» mit einem Werk von Frederic Post, 2003

Anti Pure 
In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Instabilität werden in erhöhtem Masse konservative Interpretationsmuster produziert. Die Welt wird in simplen Bildern neu gegliedert. Ein erhöhter Bedarf an Konstrukten von Linearität und Einheit ist zu verzeichnen – auch in der Kunst.

 

Anti Pure widersetzt sich bewusst dieser Tendenz und bietet als Alternative Weltbilder an, die komplex und vieldeutig einen Platz für sich beanspruchen. Anti Pure verzichtet bewusst auf eine Ordnung und akzeptiert die Vielheit heutigen Lebens und Erlebens. Der französische Künstler Bruno Peinado etwa sagt von seiner Kunstpraxis: "Meine Logik ist die der Vermischung, die Welt ist ein Zusammenstossen von Bildern. Mein Vorsatz ist, die Reinheit zu zerstören". Anti Pure hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In bewusst subjektiv gewählten Positionen werden Aspekte möglicher Vermischungen präsentiert.

 

Angelblood 
Die in New York lebende Girlsgroup Angelblood (Rita Ackerman, Jess Holzworth und Lizzi Bougatsos) ist zugleich Band und künstlerisches Kollektiv. Als "Union von auserwählten Seelen in einer Kirche des Chaos" bezeichnen sie ihre Performances. Die Musikaufnahmen von Angelblood werden durch eine reiche Bildproduktion ergänzt. In unzähligen Collages evoziert Angelblood ein bohèmehaftes Leben zwischen Unabhängigkeit und schierer Verzweiflung.

 

Bruno Peinado 
Der französische Künstler Bruno Peinado benutzt eine Vielzahl von Zeichen und Objekten aus der Alltagskultur. Er ist einer der zahlreichen Künstler der Gegenwart mit multi-ethnischem und multi-nationalem Background. Er assimiliert Ästhetik, Ikone und Inhalte verschiedener Lebensorte mit westlicher Pop-Kultur. Daraus resultiert eine hybride Bildwelt als Neuerfindung von Bestehendem. Peinado lädt Symbole neu, mischt sie auf, und zerstört dabei ihre Reinheit.

 

Frédéric Post 
Der Schweizer Künstler Frédéric Post ist ein Erfinder. Miracol heisst der Weissleim mit dem er ab Vinyloriginal seine Schallplatten giesst. Ein Abguss, analoger Kopiervorgang, ein Stück gefilterte Musik Marke Eigenbau, Rückwärts gespielt und mit verschiedensten Nebengeräuschen versehen, verwischen sich die bekannten Melodien in skurril verlangsamter und melancholischer Weise. In einem weiteren Werkkomplex organisiert Post fiktive Parties an nicht-existierenden Orten und bewirbt diese Aktionen mit öffentlichen Plakaten. Die Party verdichtet sich zum unerreichbaren Ort der Sehnsucht, zur Projektion, die sich nie erfüllt. Für Anti Pure hat er ein neues Musikprogramm entwickelt; der Laptop wird zum Synthesizer.

 

Saskia Olde Wolbers 
Die holländische Künstlerin Saskia Olde Wolbers entwirft in ihren Videos menschliche Dramen, inspiriert aus Zeitung und Radio. Es sind zeitgenössische Parabeln, die vor den lauernden Gefahren warnen, wenn man die Realität mit der Virtualität verwechselt. Ihre Bilderfindungen sind unergründlich und erinnern an Traumsequenzen. "Placebo" handelt von der Angst vor Krankheit und Tod. Weisse Wände platzen und lösen sich in schwebenden Schlieren auf. Die von der Künstlerin im Studio gebauten und unter Wasser gefilmten Kulissen sind psychologische Räume, die bisweilen unheimlich wirken.

 

Katalog "Anti Pure", ed. Gianni Jetzer, 126 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ledergebunden, Goldschnitt, mit Texten von Francis McKee, Stefan Zweifel und Raimar Stange und künstlerischen Inserts von Bruno Peinado, Angelblood, Frédéric Post and Saskia Olde Wolbers, JRP Editions, Genf, ISBN 2-940271-23-2. jrp@worldcom.ch

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